Wein & Kultur

St. Castor-Kirche und Stiftsmuseum

Der heutige Ortsteil Karden wird zu Recht als der kulturgeschichtlich bedeutsamste Ort zwischen Koblenz und Trier bezeichnet. Auffallend ist die mächtige ehemalige Stiftskirche St. Castor, auch liebevoll „Dom“ genannt. Das angrenzende Stiftsmuseum, seit 2001 nach umfangreicher Restaurierung geöffnet, ist selbst ein Dokument der Geschichte. 1238 erbaut, ist es Bestandteil des historischen Stiftsbezirkes und wurde vor allem als Zehnthaus genutzt. Heute dokumentiert es 2000 Jahre Religionsgeschichte mit Funden aus keltischer, römischer und fränkischer Zeit. Karden war in der Vergangenheit ein religiöses Zentrum des Erzbistums Trier



Spannend und voller Überraschungen gestalteten sich die umfangreichen Ausgrabungsarbeiten auf dem Martberg, einem Hochplateau zwischen Treis-Karden und Pommern. Dort liegt an einer ehemals wichtigen Verkehrsverbindung ein großer Tempelbezirk. Es handelt sich hier um ein Heiligtum des Lenus Mars, eine einheimische keltische Gottheit, die als römischer Gott Mars bezeichnet wurde. Bei der Tempelanlage, die bis in die spätrömische Zeit bestand, handelt es sich wohl um ein keltisches Oppidum. Eine eindrucksvolle Rekonstruktion bietet seit 2005 ein anschauliches Bild längst vergangener Zeiten. Besondere Führungen werden für den Stiftsbezirk mit Kirche und Museum sowie den Martberg angeboten.



Der Ort Karden, am Unterlauf der Mosel gelegen, wird zu Recht als der kulturgeschichtlich bedeutsamste Ort zwischen Koblenz und Trier bezeichnet. Dem Besucher fällt sofort die mächtige ehemalige Stiftskirche St. Castor ins Auge, die das Ortsbild bis heute dominiert. Das Museumsgebäude ist selbst ein Dokument der Geschichte. Im Jahre 1238 erbau, ist es Bestandteil des Stiftsbezirkes. Es wurde vor allem als Zehnthaus genutzt. Hier lagerten die Waren, die ds Stift als Abgaben aus seinen Pfarreien erhielt.
Besonders bemerkenswert sind die Fenster des Obergeschosses. Hier wechseln sich Arkadenfenster mit Kleeblatt- und Rundbögen ab, die man in ihrer prächtigen farbigen Fassung im Originalzustand rekonstruiert hat. Im Stiftsmuseum werden Dokumente präsentiert, die die Bedeutung Kardens über die Jahrtausende illustrieren. Karden war in der Vergangenheit ein religiöses Zentrum des Erzbistums Tier.



Bereits in keltischer Zeit, im 1. Jahrhundert v. Chr., befand sich auf dem zwischen Pommern und Karden gelegenen Martberg in Heiligtum, in dem der keltische Stamm der Treverer seinen Hauptgott Lenus verehrte. In römischer Zeit wurde hier ein ausgedehnter Tempelbezirk errichtet, zu dem eine große Zahl von Pilgern strömte, die sich hier Heilung von Krankheiten erhofften. An der Stelle des heutigen Ortes befand sich das römische Straßendorf Cardena. In einem großen Töpferbezirk fertigte man Weihgeschenke an, die die Gläubigen dem Gott als Opfer darbrachten.

Kardens religiöse Funktion überdauerte auch den Übergang zum Christentum und die damit verbundenen Veränderungen der Glaubensvorstellungen. Im 4. Jahrhundert wirkte hier der heilige Castor, der Karden zu seinem Aufstieg als Wallfahrtsort verhalf. Seit dem späten 9. Jahrhundert war Karden Sitz eines der fünf Verwaltungsbezirke des Erzbistums Trier. Das Kardener Kollegiatstift bestand fast 1000 Jahre lang, bis es 1802 durch Napoleon aufgelöst wurde.
Das Oberhaupt des Kardener Stifts war gleichzeitig Chorbischof eines Gebietes, das von Andernach bis Bacharach im Osten und von Wittlich bis Traben-Trabach im Westen reichte.

Informationen:
Stiftsmuseum Treis-Karden
Ortsteil Karden
Eingang über St.-Castor-Str. / neben Stiftskirche

Öffnungszeiten (Mai bis Ende Oktober)
Freitag, Samstag, Sonntag, Feiertage: 15 Uhr – 17:30 Uhr
sowie für Gruppen (ab 10 Pers.) ganzjährig, auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung
Eintrittspreise:
Erwachsene € 3,00
Kinder (6-17 Jahre), Schüler, Studenten € 1,50
Senioren € 2,00
Familienkarte (2 Erwachsene, ab 1 Kind) € 6,50
Erwachsene in Gruppen ab 10 Pers. € 2,00
Schulklassen € 25,00 (Pauschalpreis)

Führungen:

Führungen durch das Stiftsmuseum € 31,00 (zusätzlich zum Eintrittspreis)
Führungen Stiftsbezirk, Stiftskirche, Stiftsmuseum € 36,00 (zusätzlich zum Eintrittspreis)

Auskunft und Anmeldung einer Führung:
Tourist-Information Ferienland Treis-Karden, St. Castor-Str. 87, 56253 Treis-Karden, Tel. 02672-915 7700, Fax 02672-915 7696, info@ferienland-treis-karden.de, www.treis-karden.de


Buchsbaum - Wanderpfad


Der wilde Buchsbaum gedeiht an Hängen und in lichten Wäldern. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Südeuropa, Nordafrika, im Kaukasus sowie im westlichen Himalaja. In Deutschland findet man den Strauch im Rhein- und Moselgebiet sowie in Teilen des Schwarzwaldes. In den Steillagen der Mittel- und Untermosel befindet sich, bedingt durch das milde Klima, das nördlichste Vorkommen von wilden Buchsbaumbeständen in Europa. Der wilde Buchsbaum umfasst zwischen Karden und Müden eine Fläche von ca. 300 ha. Bei einer Wanderung durch die Weinberge verbreitet sich an heißen Tagen ein mediterraner Duft.
Der Wanderpfad ist mit Info- und Thementafeln ausgestattet. Informations-Tafeln an den Ausgangspunkten zeigen den Wegeverlauf. Auf vier Thementafeln werden Buchsbaum, Flora und Fauna, St. Castor und die Moselterrassenlandschaft angesprochen.

Da der Wanderweg zum Teil über schmale Weinbergspfade / Felspfade führt, ist festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.

Jeden Mittwoch finden geführte Wanderungen mit Etappenweinprobe und Vesper über den Buchsbaum-Wanderpfad statt (Mindestteilnehmerzahl 6 Personen, Anmeldung: Tel. 02672-910606).


Lenus - Mars - Weg


Als weiteren interessanten Wanderweg der Mosel.Erlebnis.Route wurde der Lenus - Mars Weg geschaffen. Mit einer Länge von 5,1 km verbindet er die Orte Karden und Pommern und führt an der rekonstruierten Tempelanlage Martberg, ca. 180 m hoch über der Mosel, vorbei. Auf Informationstafeln erfährt man Interessantes und Wissenswertes über die Ausgrabungen und Besiedlung der Tempelanlage. Die Holzskulpturen keltischer Krieger, römische Frau und spätantiker Kastor am Wegrand begleiten den Aufstieg. Die Informationstafeln in Karden (Am Ende der Straße „Unter den Weinbergen“) und in Pommern (Straße „Am Goldberg“) zeigen eine Karte mit dem Wegeverlauf. Der Wanderweg kann ganzjährig begangen werden. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert.


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken